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Handwerker-Erholungsheime

Home - Tourismus - Handwerker-Erholungsheime

  • April 14, 2026

Handwerker-Erholungsheime

„Wenn man bei den einzelnen Handwerkerfamilien herumkommt, so hört man vielfach die Klage: ja, wenn ich mal vier Wochen aussetzen könnte und das Geld dazu hätte, dass ich mal baden könnte, so ginge es mir wieder besser.“ Mit diesen Worten versuchte der Maurermeister R. Alke 1928 seine Handwerkskammer Bielefeld davon zu überzeugen, ein Handwerkererholungsheim zu gründen. Der Vorschlag steht exemplarisch für eine Zeit, in der Erholung und Reisen für viele Berufsgruppen noch keine Selbstverständlichkeit waren. Um dennoch Möglichkeiten zur Regeneration zu schaffen, richteten verschiedene berufsständische Organisationen bereits seit dem Kaiserreich eigene Erholungsheime ein. Diese sollten insbesondere körperlich stark beanspruchten Berufsgruppen eine zeitweilige Entlastung ermöglichen. Auch ohne ein eigenes Erholungsheim in Westfalen konnten Handwerker aus der Region entsprechende Angebote nutzen. Einrichtungen wie das Erholungsheim der Handwerkskammern Stettin und Köslin im Ostseebad Misdroy oder das Bildungs- und Erholungsheim der Handwerkskammer Harburg in Soltau standen ihnen offen und ermöglichten Aufenthalte außerhalb der eigenen Arbeits- und Lebensumgebung. Der konkrete Vorschlag von R. Alke wurde jedoch nicht umgesetzt. Ausschlaggebend waren die begrenzten finanziellen Mittel der Handwerkskammer, die eine Realisierung verhinderten. Die Quelle verdeutlicht damit, unter welchen Bedingungen Erholung organisiert wurde und welche Rolle wirtschaftliche Faktoren für den Zugang zu Reisen spielten.

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